Plotten bis zur Perfektion: Die Hauptgewinner des Krimi-Wettbewerbs „Mordstalente“ erhielten in einem Intensiv-Seminar den letzten Schliff

sdsGut gelaunt und mit raffinierten Mordstrategien im Gepäck kamen die fünf Haupt-Gewinner des Krimi-Wettbewerbs „Seien Sie heimtückisch – entdecken Sie Ihr Mordstalent“ Ende Mai zu ihrem Gewinn, einem Intensiv-Krimi-Seminar in Mainz zusammen. Ihr Ziel: der perfekte Mord, zumindest auf dem Papier. Drei Tage lang wurden unter der Fittiche von Seminarleiter Oliver Buslau, selbst Krimi-Autor und Herausgeber der Fachzeitschrift „TextArt“ Mordkomplette geschmiedet, bis die Köpfe rauchten.

Zuallererst ging es an die Basis. Was ist eigentlich ein Krimi? Und was unterscheidet eine Detektivgeschichte vom Thriller? Warum diese Fragen wichtig sind, wurde auch schnell klar.

Denn ein erfolgreicher Krimi folgt in der Regel einem klaren dramaturgischen Grundmuster. Wird es nicht beachtet, ist häufig auch der Spannungsbogen weg –und der Krimi taugt nicht viel. „Lektoren sind da leider ganz unbarmherzig“, weiß Oliver Buslau. „Sie merken schnell, ob der Aufbau stimmt oder nicht.“ So lernten die Teilnehmer, dass z.B. eine klassische Detektivgeschichte aus fünf Akten besteht: Fehlt ein Akt, ist der Krimi nicht rund. So einfach ist das, erklärt Oliver Buslau den staunenden Teilnehmern.

Dass Krimi schreiben in der Praxis eine richtig schwere Sache ist, merkten alle Teilnehmer am zweiten Tag. Denn jetzt ging es um die eigenen Krimi-Plots der Gewinner. Jeder Teilnehmer stellte seine Idee vor, die mit viel Einsatz und Engagement von allen Mitstreiterinnen besprochen wurde. Jede Autorin erhielt zudem ein ausführliches Feedback von Oliver Buslau mit konkreten Tipps zum Schreiben einer Lang- und Kurzkrimi-Version.

Dabei kam auch so manche auf den ersten Blick gute Idee auf den Prüfstand: Ist das Motiv auch wirklich plausibel? Ist die Figur glaubhaft konstruiert? Ist der Schluss überzeugend? Manche Schwäche und Ungereimtheit kam plötzlich ans Tageslicht. Manch eine musste sich von einer lieb gewonnen Idee verabschieden. Mit großem Eifer wurden Figuren neu entworfen, Handlungen in andere Zeiten versetzt und neue Motive ausgetüftelt. Damit aus dem fertigen Krimi ein richtig guter Plot und nicht ein Flop wird.

Am Ende waren sich aber alle Teilnehmer einig. Das Seminar hat sie alle ein Stück weiter gebracht. „Toll, ich fand hier genau das, was mir so sehr fehlte, HANDWERKSZEUG“, fasst die Teilnehmerin Karin Welters zusammen. „Dieser Preis war das Beste, was mir passieren konnte“. Hoch motiviert fuhren die Teilnehmer zurück mit dem Ziel vor Augen: 2009 soll eine Anthologie mit den fertigen Krimis erscheinen.

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